In Kooperation mit verschiedenen Künstler:innen aus bildender und darstellender Kunst entstehen alle zwei Wochen neue Editionen, limitiert und nach ethischen Standards produziert, mit dem Ziel, Standards in Frage zu stellen.

Jetzt in Frankfurt: Geld

Was einen da erwartet, beschreiben die Macher:innen so: "Während in der Ausstellung ein voll Gold aufgequollener Dagobert auf einen gekreuzigten Mark Zuckerberg und einem getunten Turbo-Shopping-Einkaufswagen trifft, läuft man mit Europa Swimwear durch Stacheldraht und hochglanzpolierte Verkaufsschilder. Mit etwas Glück wird einem in der Ausstellung noch heimlich etwas Geld zugesteckt, für das man dann in der integrierten Eckkneipe mit Korn auf das Wohl des Kapitalismus trinken kann. All das selbstverständlich erst, nachdem man sich am Eingang seinen eigenen gesellschaftlichen Status zugewiesen hat." Das klingt zumindest interessant.

Das Label Copyshop profiliere sich damit in Kunst, Popkultur und Mode, und als hässlich schöner Spiegel unserer Gesellschaft, so die Kunstschaffenden.

Gekreuzigter Mark Zuckerberg

"OMG", 2020

Die Autorin Sibylle Berg schreibt im Vorwort des Ausstellungskatalogs. "Wir lieben Geld! Geld ist das einzige abstrakte Gefühl, auf das sich die Menschheit einigen konnte. Das uns alle befriedet, vereint. Alle außer die, die nicht an Geld glauben, sondern an Vermögen. Und genau für
die haben wir 'Geld' gemacht. Investieren sie nicht in Grundstücke wie BlackRock, nicht in Ackerland wie Bill Gates. Investieren sie in reales Geld, umgesetzt in über 30 Skulpturen, Gemälden und Installationen. Tauschen Sie Ihre Nullen und Einsen gegen die stille Schönheit ihrer neuen Anlage in einem Kunst-Freilager." Das Motto der Ausstellung lautet denn auch: "Alles muss raus!"

Und das sind die Künstler:innen

Die Werke des 29-jährigen deutschen Künstlers Marius Sperlich hat wahrscheinlich jede:r schon einmal online gesehen, ohne es zu wissen. Sperlich erzählt seine Geschichten am menschlichen Körper.

Sperlich kommentiert Aktuelles, hinterfragt gesellschaftliche Normen. Alles, was man in seinen Bildern sieht, ist real: Es sind Miniatursets, die für seine Erzählungen gebaut wurden - ganz ohne Photoshop.

Der in Berlin lebende Digitalkünstler Tony Futura ist bekannt für seine einfachen Motive mit einer überraschenden Wendung. Er präsentiert seine Kunstwerke an verschiedenen Orten rund um den Globus, von Galerien in New York City und Italien über Museen in Peking und Deutschland bis hin zu Blogs und Magazinen.

Futura gilt als einer der Begründer des "New Pop" und stellt vertraute Bilder in einen neuen Kontext, schafft so surreale Kunst, um sich über den Materialismus und die Popkultur des modernen westlichen Lebens lustig zu machen.

Joachim Bosse

Joachim Bosse

Joachim Bosse (o.) beschäftigt sich in seiner Arbeit mit Konsumkultur, massenmedialen Einflüssen, Hyperrealismus und dem Stellenwert von sozialen Netzwerken in unserer Gesellschaft. Dabei remixed er Rezeptionen und spielt mit bekannten Codes, um unterbewusste Wahrnehmung, gängige Muster und popkulturelle Identitäten in Frage zu stellen.

Joachim Bosse lebt und arbeitet in Berlin. Er ist Kreativchef der Berliner Werbeagentur Dojo und widmet sich nebenbei seinem künstlerischen Schaffen.



Conrad Breyer, W&V
Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.