Till Diestel, CCO der BBDO Group

Till Diestel, CCO der BBDO Group

DDB sieht alle Ambitionen bereits erfüllt. "Wir haben unser Ziel, beste deutsche Agentur beim Cannes Lions Festival zu werden, erreicht und mit dem D&AD-Ergebnis kurz davor als 'Network of the Year' sogar übertroffen. Also sehr zur Enttäuschung aller Liebhaber von Aufholjagdmanövern – hier folgt leider keines", sagt Kreativchefin Diana Sukopp.

Serviceplan vor Heimat

Getauscht haben die Plätze drei und vier. Da steht jetzt Serviceplan vor Heimat Berlin und die wiederum finden sich vor Fischer-Appelt aus Hamburg. Die Münchner Agenturgruppe konnte in Cannes mit Arbeiten für BMW, zum Beispiel "Minimalism", und Sea Watch ("Lifeboat - The Experiment") überzeugen.

Serviceplan und Fischer-Appelt legen großen Wert auf ein gutes Abschneiden im Ranking. Serviceplan drängt stets in die Top 3, Fischer-Appelt wollte nach der Übernahme von Philipp und Keuntje im Jahr 2018 immer unter die ersten fünf. Im Moment sieht es gut aus.

Nach Cannes

In den vergangenen zwei Jahren war laut W&V-Kreativranking Scholz & Friends die kreativste Agentur Deutschlands. 2021 aber hat die Agentur nur Cannes beschickt, weil man sich - so die offizielle Verlautbarung - auf die Kunden konzentrieren wolle. Scholz & Friends hat 2020 aber in der Tat zahlreiche neue Mandate gewonnen, darunter von McDonald's, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Sparkasse und AOK. Das will erstmal verdaut werden.

Neuer Blick auf Kreation

Andere Agenturen haben ihr Award-Engagement in Corona-Zeiten ebenfalls runtergefahren. Thjnk zum Beispiel reicht nur beim ADC, in Cannes und beim Effie ein. Jung von Matt macht wieder mal ganz Pause, auch Grabarz & Partner setzt aus.

Für BBDO muss das Ergebnis eine Genugtuung sein. Die Agenturgruppe hat es in der Vergangenheit immer wieder in die Top Ten geschafft, aber eben nicht an die Spitze, wofür Kritiker:innen auch den Umstand bemühten, mit Marianne Heiss sei im März 2019 ja schließlich eine Finanzerin als CEO an die Spitze der Agentur berufen worden. Ihr und Kreativchef Till Diestel mag deshalb daran gelegen sein, hier die Perspektive zu verändern. Das haben sie mit einigen Schlüsselarbeiten geschafft.



Conrad Breyer, W&V
Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.