Inzwischen sind einige der Videos von der Seite verschwunden. Das hieße aber nicht zwingend, dass sich die jeweiligen Leute distanzieren. "Es kann genauso gut bedeuten, daß jemand sich einfach nicht in der Lage sieht, diesen Shitstorm auszuhalten oder seine Familie schützen will." 

Die Köpfe dahinter 

Zu den Köpfen hinter der Aktion gehört der Münchner Bernd K. Wunder, der im Impressum der allesdichtmachen-Website als vertretungsberechtigter Geschäftsführer aufgeführt ist. Wunder ist Chef von Cinebox, einem auf der Blockchain-Technik basierenden Filmstreaming-Dienst, der allerdings noch nicht gestartet ist. Zudem leitet er das Münchner Produktionsunternehmen Wunder Am Werk, das in der Vergangenheit unter anderem für FTI oder Sky gedreht hat. Auch der Fernsehregisseur Dietrich Brüggemann, der unter anderem drei Tatort-Folgen gedreht hat und auch als Schauspieler aktiv war, gehört zu den Machern hinter #allesdichtmachen. Auf Twitter gab es dazu einige Details bekannt.

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Derweil geht die Diskussion über die Aktion ungebremst weiter. Während WDR-Rundfunkrat Garrelt Duin auf Twitter zunächst die Zusammenarbeit mit Liefers und Tukur forderte, ruderte er kurz darauf zumindest teilweise zurück.  

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Schauspieler Ben Becker äußert sich heute bei Bild über Drohungen, die seine Schwester Meret wegen ihres #allesdichtmachen-Videos erhalten habe. Auch Meret Becker hat ihr Video inzwischen gelöscht. 

Schauspieler Elyas M’Barak, der sich nicht an der Aktion beteiligt hat, empfiehlt statt Tatort unterdessen eine Charité-Dokumentation aus der ARD-Mediathek:

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Aus der Politik kamen unterschiedliche Töne. Karl Lauterbach twitterte, die Inhalte von Liefers seien „fern jeder Realität.“  

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CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet sagte dagegen in der Talksendung 3 nach 9 des Senders Radio Bremen: "Es (die Folgen der Maßnahmen) ist ein sehr emotionales Thema. Ich glaube, dass es berechtigt ist, auch die anderen Opfer der Pandemie einmal zu nennen. Kinder, die oft nicht mehr in der Schule waren, die keine Chance haben, aus der Ferne zu lernen. Menschen, die in den Suizid gehen, weil sie mit der Situation nicht umgehen können. Alte, die in Altenheimen gestorben sind, weil keine Besucher mehr reindurften." Zur Aktion #allesdichtmachen fügte Laschet an: "Man darf das sagen in einem freien Land. Man muss es nicht teilen. Man kann sagen, es ist geschmacklos, das mache ich nicht. Aber man kann das sagen. Was ganz schlimm ist: Wenn jemand so was sagt, immer gleich sagen, das ist rechts. Von diesen 50 ist keiner AfD, ist keiner rechts."

Der Wirbel über #allesdichtmachen wird mit Sicherheit noch eine ganze Weile weiter gehen. Vermutlich hat er sogar gerade erst begonnen.