Im Zentrum: das Superwahljahr

"Shalom und Hallo" (AT) ist ein Projekt, das mit mehreren Reportagen und Dokumentationen über das gesamte Jahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland aufzeigen will. Zum 60. Jahrestag des Mauerbaus im August 2021 will das Gemeinschaftsprojekt "Kinder der Teilung" außerdem die Folgen der deutschen Teilung nachzeichnen.

Das kommende Superwahljahr findet natürlich ebenfalls seinen Niederschlag in der Programmgestaltung: Sechs deutsche Landtagswahlen sowie die Bundestagswahl stehen an. Da 2021 die meisten Erst- und Jungwählerinnen und -wähler aller Zeiten an den Wahlurnen erwartet werden, soll vorrangig die junge Altersgruppe mit spezifischen Angeboten erreicht werden. Für diese Zielgruppe ist auch das das multimediale Reportageformat "Rabiat" geplant, das im Mai und Oktober 2021 mit jeweils drei neuen Folgen an den Start geht.

Eher für die Älteren ist wohl das Dokukdrama, das Ende 2021 ausgestrahlt werden soll: Die Produktion mit dem Arbeitstitel "Rex – Der letzte Tanz" zeichnet das Leben des deutschen Schlagersängers Rex Gildo nach.

Für den Bereich Fernsehfilm kündigt ARD-Koordinator Fiktion Jörg Schönenborn eine Vielzahl von Mehrteilern und Einzelstücken an. Im erstes Quartal läuft der Vierteiler "Die Toten von Marnow", im zweiten Quartal kommen die "Goldjungs". Im dritten Quartal startet ein "Near-future-Schwerpunkt" mit den Filmen "Zero", "Ich bin dein Mensch" und "Das Haus" sowie dem Dreiteiler "Little America" und der Miniserie "Tina mobil" im vierten Quartal.

Goldjungs

Die "Goldjungs"

Außerdem steht das 50-jährige Jubiläum der Krimireihe "Polizeiruf 110" an, die zu diesem Anlass in der Folge „An der Saale hellem Strande“ im Mai 2021 mit einem neuen Team aufwarten wird. Dort ermitteln künftig Peter Kurth und Peter Schneider.

Weitere herausragende fiktionale Projekte stellte Degeto-Chefin Christine Strobl vor. Zu ihren Top-Produktionen zählt "Ferdinand von Schirach: Feinde", ein innovatives Projekt, bei dem am 3. Januar zwei Filme mit unterschiedlichen Perspektiven zeitgleich im Ersten, in allen Dritten Programmen und bei ONE ausgestrahlt werden.

Für das zweite Quartal kündigte sie den Film "Das Begräbnis" von Jan Georg Schütte an, der zugleich als Impro-Serie in der ARD-Mediathek angeboten wird. Im zweiten Halbjahr stehen dann der Event-Film "3einhalb Stunden" zum 60. Jahrestag des Mauerbaus sowie "Das Weiße Haus am Rhein", ein historischer Event-Zweiteiler, auf dem Programm.

Das Begräbnis

Das Begräbnis

Keine Wetten über das Sportprogramm des kommenden Jahres will Axel Balkausky abschließen: "Die Situation des Sports ist dramatisch", so der ARD-Sport-Koordinator, der aufgrund von Corona nur wenig Planungssicherheit hat. Vorgesehen sind jedenfalls die Übertragung der Handball-WM in Ägypten, die Olympischen Sommerspiele aus Tokio, die UEFA Fußball-Europameisterschaft sowie "Die Finals", bei denen eine Vielzahl von Finalwettkämpfen verschiedener Sportarten gezeigt werden. Balkausky freut sich außerdem über die umfassenderen Rechte, die die ARD für die Fußball-Bundesliga ab Sommer 2021 erworben hat. Und auch der Vertrag mit dem Deutschen Ski-Verband wurde von ARD und ZDF bis einschließlich der Saison 2024/25 verlängert.

Die Mediathek soll jünger werden

Channel-Manager Florian Hager hat ebenfalls ambitionierte Pläne. 49 Jahre ist der durchnittliche Nutzer der Mediathek derzeit alt – diesen Schnitt will er senken. Schaffen will er das mit einem erweiterten Angebot: Ziel sei es, pro Monat vier bis sechs neue Produktionen aus den Genres Fiktion/Serie, Dokumentation und Show/Comedy als Highlights zu präsentieren, die punktuell mit Lizenzkäufen ergänzt werden.

Dazu zählen etwa zehn Folgen der mit drei Emmys ausgezeichneten Comedyserie "State of the Union" von Nick Hornby und Stephen Frears sowie sechs 45-minütige Episoden der norwegischen Crime-Drama-Serie "Beforeigners – Mörderische Zeiten".

Auch die Übergänge und Verbindungen zwischen linearem und non-linearem Angebot werden ausgebaut. Dass dieser Spagat bereits heute immer öfter gelinge, zeige der vergangene Monat: Der Oktober sei der erfolgreichste Monat in der Geschichte der ARD-Mediathek – in erster Linie aufgrund der 25 Millionen Abrufe für "Babylon Berlin" und aktuell der Crime-Serie "Das Geheimnis des Totenwaldes" mit bereits fast zwei Millionen Abrufen.

Lebenslieder

Lebenslieder

Hoffnung setzt Hager auch in ein neues Kulturformat im Ersten. "Lebenslieder" wird vom Sänger Max Mutzke moderiert und umfasst zunächst vier Ausgaben. DasThema: In den jeweils 45 Minuten geht es um Lieder, die einen Menschen geprägt haben.

In der Unterhaltung bleibt das Erste bei seinen bewährten Show-Formaten, zu denen unter anderem "Klein gegen Groß", "Die Feste-Shows mit Florian Silbereisen" sowie "Verstehen Sie Spaß?" zählen.  In "Frag doch mal die Maus" wird außerdem am 6. März der 50. Geburtstag des pfiffigen Nagers gefeiert.

Bewährtes wird verlängert

In die Verlängerung gehen auch die XXL-Ausgaben der Vorabend-Quizformate „Wer weiß denn sowas?“ und "Gefragt – Gejagt". Am 30. Januar gibt es zudem erstmals am Samstagabend ein Prominentenspecial des für den Nachmittag neu aufgelegten "Das Quiz mit Jörg Pilawa". Pilawa lädt außerdem bereits am 12. Dezember 2020 zeitgleich im Ersten, in ORF 1 und im Schweizer Fernsehen zur großen Eurovisionsshow "Quiz ohne Grenzen". Die zweite Folge ist im Osterprogramm 2021 geplant.

Weitere Folgen gibt es von den Shows der Comediennes Carolin Kebekus und Maren Kroymann. Das Satiremagazin "Extra 3"  mit Christian Ehring ist vom 7. Januar an mit 18 neuen Ausgaben zu sehen. Und dass Wissen auch zusammenhanglos geteilt werden kann, wollen Torsten Sträter, Johann König und Olaf Schubert ab 4.Februar in acht Folgen der neuen Comedy-Show "Das Gipfeltreffen" beweisen.

Der Vorabend funktioniert bereits bestens – und daher setzt man hier auch weiterhin auf Bewährtes. Die Quizshows werden ebenso fortgeführt wie die Serien "Großstadtrevier", "WaPo Berlin", "Watzmann ermittelt", "In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte", und "In aller Freundschaft – Die Krankenschwestern". Im Herbst kehrt "Morden im Norden" mit der achten Staffel zurück, und die Serie "Hubert ohne Staller" feiert im vierten Quartal den Start der zehnten Staffel.

Neue Serien für die Jüngsten

Für die jüngsten Zuschauer gibt es ebenfalls reichlich neuen Stoff: Im März 2021 steht der 50. Geburtstag der "Die Sendung mit der Maus" mit einem großen Programmschwerpunkt an – im Ersten, bei KiKA, im Maus-Radio, in der ARD-Mediathek und der ARD-Audiothek.

Neue Serien erzählen zu Ostern von "Alfons Zitterbacke", der davon träumt, endlich sportlich und gut in der Schule zu sein, oder von Freundschaft, Mut und Ehrlichkeit in "Die Wolfsbande". Im Weihnachtsprogramm 2021 gibt es eine weitere Premiere in der Märchenreihe "Sechs auf einen Streich": "Der Geist im Glas" ist eine moderne Adaption eines Grimmschen Märchens.



Manuela Pauker
Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde