Schlagzeuger Bela B. berichtete, dass wegen der fehlenden Auftrittsmöglichkeiten in der Krise viele Betroffene seit sieben Monaten keine Arbeit hätten. "Wir hoffen, die Politiker dazu zu bringen, diese Branche mit 1,4 Millionen Menschen auch zu sehen." Autokonzerte oder Stream-Auftritte spielten für die Band als Überbrückungsmöglichkeit in der Corona-Krise keine Rolle. "Das passt nicht zu uns. Unser Publikum muss sich aneinander reiben", sagte Bela B. Ihre geplante Tour hatten Die Ärzte aufs nächste Jahr verschoben.

Die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Grüne) empfand den Auftritt als "befremdlich", wies aber zugleich darauf hin, dass die Band ein drängendes Thema der Corona-Krise angesprochen habe: "Die Not von Kulturschaffenden und Veranstaltungsbranche ist groß. Die Hilfsgelder
müssen passgenau ausgestaltet werden, damit sie bei denen ankommen, die sie dringend brauchen." Claas Rohmeyer, CDU-Abgeordneter der
Bremischen Bürgerschaft, nannte den Auftritt "unerwartet" und "cool". Der Virologe Hendrik Streeck teilte den Beitrag auf Twitter.