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Lob von Vizekanzler Scholz

ProSieben twitterte: "Bitte helft, dass aus diesem Abend eine große Respektkundgebung wird, die etwas ändert." Und Senderchef Daniel Rosemann schrieb: "Wir sind heute Ort für eine Demo. Für eine Demo, für die die Teilnehmer vor lauter Überstunden keine Zeit haben."
Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz äußerte sich ebenfalls: "Danke Joko und Klaas für diese Sendung! Und - man kann es nicht oft genug sagen - Danke an alle Pflegerinnen und Pfleger! Ohne sie geht nichts. Antwort auf diese Erkenntnis ist nicht, Beifall zu klatschen. Respekt heißt: gute Löhne und Arbeitsbedingungen." Unter dem Tweet des Vizekanzlers sammelte sich einige Kritik.

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Der in der Sendung vorkommende Krankenpfleger und Sozialdemokrat Alexander Jorde twitterte: "Ich will keine Worte mehr, ich will Taten. Die SPD ist Teil der Bundesregierung. Du bist Vizekanzler, Olaf Scholz. Worauf warten wir? Wann, wenn nicht jetzt? Hört auf zu reden. Handelt! Wir haben keine Zeit mehr."

Sieben Stunden auf Sendung

Um 20.15 Uhr hatte die "Joko & Klaas Live"-Sonderausgabe begonnen, die mit etwa sieben Stunden viel länger dauerte als die üblichen 15 Minuten. Vor allem zu Beginn der Sendung wurden Stimmen und Köpfe von Pflegekräften wie Alexander Jorde aus Hildesheim oder Franziska Böhler aus Frankfurt/Main eingespielt, die auf die Not ihrer Branche hinwiesen. Seit Jahrzehnten versäumten es Politik und Gesellschaft, faire Bezahlung und gut machbare Arbeitsmengen zu organisieren.

Der Bielefelder Intensivpfleger Ralf Berning wies auf die andauernde Überbelastung hin. Er kenne Leute, die 23 Tage am Stück arbeiteten, das sei "völlig unmenschlich". Er sei lange Soldat gewesen und ginge lieber wieder nach Afghanistan, als noch einmal so etwas Schlimmes zu erleben wie während der zweiten Corona-Welle im Herbst.
Winterscheidt und Heufer-Umlauf behandeln in ihrer Sendung "Joko & Klaas Live" immer wieder gesellschaftlich relevante Themen. Die Sendezeit hatten sich die Moderatoren in der am Dienstag ausgestrahlten Show «Joko & Klaas gegen ProSieben» erspielt, in der sie in mehreren Wettkämpfen gegen ihren Arbeitgeber antreten.
Erstmals in der Geschichte der Show seit 2019 hatten die Entertainer diesmal ProSieben gebeten, nach ihrem Sieg mehr Sendezeit als die sonst übliche Viertelstunde zugestanden zu bekommen. Wie lange es werden würde, blieb anfangs für TV-Zuschauer unklar.

"Sowas stellt nämlich in so'nem Sender ein bisschen was auf den Kopf und widerspricht genau genommen jeder Regel des Fernsehens", leitete Klaas die Sondersendung ein. Joko ergänzte: "Ein Thema, das uns alle betrifft, mitten aus dem Leben, und dennoch zu oft ganz am Rand der allgemeinen Wahrnehmung. Viele Themen im Leben bekommen erst dann den Stellenwert, den sie verdient haben, wenn man die Gelegenheit bekommt, sich in ein Leben hineinzuversetzen, das nicht zwangsläufig das eigene ist. Das funktioniert aber auch nur, wenn jemand bereit ist, seine Welt zu öffnen und mit Geduld und Beharrlichkeit, vielleicht schon zum wiederholten Mal, bereit ist zu sagen was es braucht, dass sich etwas zum Guten ändert. Das klingt jetzt vielleicht alles noch etwas kryptisch, aber ihr werdet gleich sehen, wovon wir sprechen. Wichtig ist heute: Wir brauchen eure Kommentare, eure Postings, eure Erfahrungen und eure Meinungen. Denn nur mit einer gewissen Lautstärke kommt die Botschaft des heutigen Abends bei denen an, die sie bislang leider viel zu oft überhört haben."

5,84 Millionen Menschen (Nettoreichweite ab 3 Jahren) werden am Mittwochabend vor dem TV-Bildschirm Teil dieser historisch einmaligen Respekt-Kundgebung. Das sind sensationelle 17,2 Prozent bei den jungen (E. 14-39 J.) und 12,2 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern. In den sozialen Netzwerken entbrennt eine Diskussion: Innerhalb weniger Minuten schießt der Hashtag #NichtSelbstverständlich auf Platz 1 der Twitter-Trends in Deutschland - und springt in der Nacht über die Marke von 39.000 Tweets. 

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(dpa/st)



W&V Redaktion
Autor: W&V Redaktion

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