Ein außergewöhnliches Jahr endet: 2015 flüchten über eine Million Menschen vor Krieg, Hunger oder wirtschaftlicher Not nach Deutschland. Medien und Bevölkerung feiern und leben eine Willkommenskultur - es zeigen sich aber auch Überforderung und ungelöste Probleme. Bewegungen wie Pegida oder Parteien wie die AfD haben starken Zulauf. Die Stimmung ist explosiv. Aus einer gewöhnlichen Silvesternacht am Kölner Dom wird ein Wendepunkt jüngerer deutscher Geschichte. Erzählt aus der Perspektive der Opfer, Polizist:innen und Täter zeigt sich, wie der Kölner Dom zu einem unüberschaubaren Tatort wurde. "Als ich dort angekommen bin, hatte ich das Gefühl, mich trifft der Schlag. Es herrschte eine völlig enthemmte Stimmung dort", erzählt Thorsten Meyer, Einsatzleiter der Polizei-Hundertschaft in der Silvesternacht.

Teil 3: Folgen einer Nacht

Wie diese Silvesternacht Deutschland verändert hat, hinterfragt der dritte Teil der Doku. Das Verhalten der politisch Verantwortlichen und der Medien enttäuscht große Teile der bundesdeutschen Bevölkerung. Der Begriff der "Lügenpresse" manifestiert sich in den Köpfen einiger Menschen. Teile der Presse machen eine Kehrtwende und läuten das Ende der Willkommenskultur ein. Auch die Bundesregierung richtet ihre Flüchtlingspolitik neu aus – ein Pakt mit der Türkei soll die Zahl der Flüchtlinge merklich senken. Gleichzeitig erleben Geflüchtete in Deutschland zunehmend Fremdenfeindlichkeit, die Geschehnisse an der Domplatte spielten dem Rechtsextremismus in die Karten. Doch es gibt weiterhin Menschen, die trotz dieser Geschehnisse in ihrem Humanismus unbeeindruckt bleiben – auch das zeigt die Dokumentation.



Autor: Katrin Ried

Ist Autorin der W&V. Neben Marketingthemen beschäftigt sie sich vorwiegend mit Zukunftstechnologien in Mobilität, Energie und städtischen Infrastrukturen. Für Techniktrends interessiert sie sich ebenso wie für Nachhaltigkeit, sozialen und ökologischen Konsum.