Trotzdem: Die negative Entwicklung in anderen Bereichen konnte die gute Performance von Paid Content, Podcasts, Merchandising und anderen Online-basierten Geschäften nicht ganz wettmachen. Der Umsatzrückgang im Konferenzgeschäft betrug 77 Prozent, der Print-Anzeigenmarkt schrumpfte um 11 Prozent, der Print-Vertrieb um 4,8 Prozent.

VDZ PCWeb

Daran ist jedoch nicht ausschließlich Corona schuld. Die Pandemie habe aber den strukturellen Wandel in den Märkten beschleunigt, so Philipp Welte, Sprecher der Publikumszeitschriften und VDZ-Vizepräsident: "Fast ein Drittel der gesamten Werbeausgaben in Deutschland fließt inzwischen zu Google, Facebook und Amazon. Umso wichtiger ist es deshalb geworden, den Verlagen angemessene politische Rahmenbedingungen für ihre Arbeit zu schaffen: Wer eine freie Presse will, darf ihre wirtschaftlichen Grundlagen nicht verschlechtern."

Von zentraler Bedeutung sei dabei der Digital Markets Act der EU, der die großen Tech-Plattformen auf diskriminierungsfreie und faire Zugangsbedingungen verpflichten müsse, "um die Willkür der Monopolisten zu beenden." Es brauche zugleich auch eine Stabilisierung der steigenden Zustellkosten für Zeitschriften und Zeitungen, "weil auch hier ein Monopolist willkürlich das wirtschaftliche Fundament der freien Presse destabilisiert.", so Welte.

VDZErwartung

Welche Folgen die kontinuierlich höher als die Inflationsrate steigenden Zustellkosten der Deutschen Post für die Zukunftsfähigkeit der Zeitschriften haben, sollen die Ergebnisse einer noch in Auswertung befindlichen repräsentativen VDZ-Studie zeigen, die der VDZ demnächst im Detail vorgestellen will.

Auch in einer andren Thematik sehen die Verleger die Politik nach wie vor in der Pflicht: Nachdem die geplante Presseförderung laut Bundeswirtschaftsministerium für diese Legislaturperiode nicht zustande kommt, fordern die Verlegerverbände VDZ und BDZV  eine nachhaltige Förderung der Pressezustellung ab der nächsten Legislatur. Denn: "Die Zustellförderung ist nach wie vor das richtige Instrument, um die Verlage in der Transformation wirksam zu unterstützen und gleichzeitig die Unabhängigkeit der Redaktionen zu wahren", so eine Verbandssprecherin.



Manuela Pauker
Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde