Fakten für das Erfolgsrezept

"Wir finden es hochspannend, die Entwicklung der verschiedenen Formate zu verfolgen", so Wolfgang Schmitz-Vianden, Geschäftsführer der OMS. So sind die Formate auch unterschiedlich zusammengestellt. Die Lokalnachrichten in Darmstadt sind beispielsweise hinter den nationalen News angesiedelt, in Oldenburg beginnt der Podcast mit den Informationen aus der Region. "Es war bisher eine bauchgestützte Diskussion, was hier wohl das beste Rezept ist. Diese Diskussion können wir jetzt – hoffentlich bald – auf der Basis von Zahlen führen", so Schmitz-Vianden weiter.

Mindestens so interessant sei die Antwort auf die Frage, wie künstliche Stimmen bei Podcast-Hörern ankommen. Die ersten Erkenntnisse aus dem Darmstädter Modell deuteten darauf hin, dass Roboter-Stimmen akzeptiert würden. Für eine abschließende Bewertung sei es aber noch zu früh. Mit dem Go-Live sei ein wichtiges Etappenziel erreicht: "Wir wollen den Verlagen ermöglichen, mit geringstem Aufwand (in Aachen läuft das System vollautomatisch) und möglichst niedrigen Personaleinsatz ein konkurrenzfähiges Produkt anbieten zu können." Insbesondere kleinere Häuser hätten Audio zwar längst als Zukunftsfeld erkannt, scheuten aber noch den damit verbundenen Produktionsaufwand. Das nächste Ziel sei es, weitere Verlage – nicht nur aus dem unmittelbaren OMS-Umfeld – für diesen Weg zu gewinnen. "Wir möchten hier so schnell wie möglich eine national vermarktbare Reichweite anbieten, denn die Nachfrage aus dem Werbemarkt ist bereits da", so der OMS-Geschäftsführer.

Werbung auf Knopfdruck

Um diese Nachfrage auch technisch bedienen zu können, setzt die OMS auf die Anwendung Sonarbird: Die Plattform ist in der Lage, native Werbeformen – vom Host gesprochen oder als Spot vorproduziert – fest in Podcasts zu integrieren. Das Besondere ist, dass auch ältere Episoden auf Knopfdruck mit aktuellen Werbemitteln versehen werden können, ohne jede Episode einzeln bearbeiten zu müssen. Schmitz-Vianden nennt zwei wesentliche Vorteile: "Damit wird zum einen Long-Tail-Content auch langfristig nutzbar und zum anderen sind wir mit dieser Technik auf allen Podcast-Plattformen kampagnenfähig." Darüber hinaus ist auch ad-server-basierte Dynamic-Ad-Insertion möglich, um für jegliche Marktanforderung gerüstet zu sein. Eine Schnittstelle zum Marktführer Adswizz schafft dazu die notwendige Anbindung.

Der nächste Schritt der OMS-Audio-Strategie soll Mitte Februar gegangen werden: Dann steht eine White-Label-App für Podcasts zur Verfügung, die optisch individuell auf jedes Medienhaus – Zeitung, Zeitschrift, Radio – angepasst werden kann. Über die eigenen Audio-Produkte hinaus können in der App redaktionell kuratierte Podcasts präsentiert werden, beispielsweise aus der jeweiligen Region. Und zur Vollständigkeit des Angebots werden auch sämtliche Podcasts aus dem Apple-Katalog in der App abrufbar sein. Neben der Werbevermarktung bietet die App auch die Möglichkeit, Podcasts in die Paid-Content-Strategie eines Verlages zu integrieren.



Lena Herrmann
Autor: Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland und Kanada, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.