New Normal am Arbeitsplatz:
"Back to Office? No way!"

Markus Böhm von diconium ist verwirrt: Warum reden alle von "back to office"? Er geht stattdessen in Richtung "New Normal" und berichtet, wie das in seinem Digitalunternehmen im Alltag aussieht.

Text: W&V Gastautor

diconium setzt auf neue Normalität statt zurück in alte Strukturen.
diconium setzt auf neue Normalität statt zurück in alte Strukturen.

Aus meinem Umkreis höre ich in letzter Zeit öfter die Formulierung "Back to Office" – und bin irritiert. Nach den vergangenen Monaten, in denen wir remote gearbeitet haben, fühlt es sich für mich nicht richtig an, den Schalter einfach umzulegen und in alte Strukturen zu verfallen. Wir bei diconium gehen einen anderen Weg in Richtung "New Normal".

Bereits zu Beginn des Jahres haben wir uns die Frage gestellt, wie wir künftig miteinander arbeiten wollen. Ein pauschales „Back to Office“ wird es bei uns nicht geben. Darin waren wir uns alle sofort einig. Anders als andere Unternehmen wollen wir unsere Mitarbeitenden weder zu einem Präsenz- noch zu einem Remote-Office verpflichten. Stattdessen sehen wir uns als große Family, in deer jedes Talent seinen eigenen Platz hat – ob zuhause oder an unseren 13 Standorten. Wir nehmen alle mit, denn es ist nicht ausschlaggebend, von wo aus unsere Digital Champions arbeiten.

Daher haben wir auch unsere Kolleg*innen gefragt, wo und wie sie künftig bei diconium arbeiten wollen. Ein Einblick in die Ergebnisse: Die Umfrage ergab, dass ein Großteil (97 Prozent) selbst flexibel über den eigenen Arbeitsort entscheiden möchte. Dabei liegt die Präferenz nicht nur auf dem eigenen Arbeitszimmer: So möchten unsere Mitarbeiter*innen im Durchschnitt künftig zwei Tage pro Woche im Büro arbeiten. Als Hauptmotivation wurde an erster Stelle das Socializing mit den Kolleg*innen genannt.

Hybrid Workplace bei diconium

In der Folge haben wir gemeinsam das Konzept "diconium Hybrid Workplace" entworfen. Wenn andere sich fragen, wie Arbeitnehmer*innen zu ihrem Arbeitgeber ins Büro kommen, haben wir es für uns umgedreht: Wie können wir als diconium auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter*innen eingehen und ihnen ein attraktives Arbeitsumfeld bieten – ganz gleich an welchem Ort sie sich befinden?

Entstanden ist ein hybrides Modell, das vier Kernaspekte umfasst: Flexibilität, Vertrauen, Büro als Ort der Begegnung sowie den digitalen Arbeitsplatz.

So bieten wir verschiedene Arbeitsmodelle an, die individuell auf Wunschort und -zeit eingehen. Die Vereinbarkeit von Privatleben bzw. Familie und Beruf gelingt im Hybrid Workplace ohne großen Spagat – denn wenn ein persönlicher Termin ansteht oder die Kinder gehütet werden müssen, dann ist das im Hybrid Workplace flexibel und in Eigenverantwortung zu organisieren. Unsere Arbeitsweise allgemein ist immer stärker durch Agilität bestimmt. Empowerment wird bei diconium großgeschrieben.

Neugestaltung der Büros

Studien haben gezeigt, dass die besten Ideen im persönlichen Gespräch entstehen. Wir werden unsere Büros daher an allen Standorten konsequent auf Kollaboration hin umgestalten und so deutlich mehr Begegnungsstätten als Einzelbüros schaffen: Es gibt Räume für den kreativen Austausch und die Begegnung mit den Kolleg*innen als auch Orte, die für das ruhige Arbeiten genutzt werden können. Wer sich dafür aber lieber ins eigene Arbeitszimmer zuhause zurückzieht, kann auch das gerne tun. So, wie jede*r es gerade für sinnvoll erachtet. Dass wir als Digitalagentur einen voll digitalisierten Arbeitsplatz bieten, versteht sich von selbst. Schon heute haben wir zusätzlich zu unseren Räumen auch jeden Schreibtisch digital buchbar gemacht.

Wir haben uns bei der Neugestaltung unserer Büros übrigens sehr eng mit unseren Mitarbeiter*innen abgestimmt. Dafür haben wir eine Roadshow mit passenden Möbel-Modulen an unseren Standorten durchgeführt. Denn uns ist es wichtig, dass unser Future Office einen echten Mehrwert für die Nutzer*innen gegenüber dem Arbeitsplatz zuhause darstellt.

Nachhaltigkeit als Treiber

Darüber hinaus tragen wir mit unserem Hybrid Workplace auch zum Klimaschutz bei. Denn durch die geringere Mobilität aller wird der CO2-Austausch reduziert. Abgesehen davon werden wir eine Mobilitätspauschale einführen, mit der unsere Kolleg*innen einen Betrag erhalten, den sie für die Nutzung von Car-Sharing, E-Rollern, Bus oder Bahn nutzen können. Ein Mehrwert für alle.

Unser Hybrid Workplace kombiniert also die Vorteile der Arbeit im Office mit mobiler Arbeit und bildet die Grundlage für eine effektive, moderne und optimale Arbeitsumgebung. Wir verfolgen dabei einen ganzheitlichen Ansatz mit vielen Vorteilen: Wenn jede*r so arbeiten kann, wie es ihm/ihr gerade am besten passt, führt das nicht nur zu mehr Zufriedenheit unter den Mitarbeitenden, sondern schlussendlich auch zu besseren Arbeitsergebnissen.

Ich weiß, dass viele Unternehmen noch mit sich hadern, welches Arbeitsmodell sie künftig anbieten möchten. Ich kann nur raten: Hinterfragt Eure Entscheidung stetig und sprecht mit Euren Mitarbeitenden: Was ist dir wichtig? Was brauchst du, um zufrieden arbeiten zu können? Ja, das ist ein aufwändiger und anstrengender Prozess, aber er lohnt sich. Auch wenn uns die Pandemie körperlich auf Distanz gehalten hat, so hat sie uns doch offenbart, welche individuelle Bedürfnisse unsere Kolleg*innen haben, um gute Arbeit zu machen, die für alle zu den besten Ergebnissen führt.

Die "quiet zone im hybriden Workspace

Die "quiet zone im hybriden Workspace

Der Autor: Markus Böhm verantwortet als Managing Director das operative Business bei diconium digital solutions.



Autor: W&V Gastautor

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