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Gap schließt massiv Läden und will dafür online pushen

In Großbritannien und Irland wird es künftig keine Stores der US-Marke Gap mehr geben. Über eine Reduzierung der Präsenz in Europa wurde schon länger nachgedacht, dennoch überrascht der radikale Schritt.

Text: Annette Mattgey

Bald Vergangenheit: Gap-Laden in London.
Bald Vergangenheit: Gap-Laden in London.

Die US-Modekette Gap will alle ihre Filialen in Großbritannien und Irland schließen. Das kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Demnach sollen die insgesamt 81 Läden in den beiden Ländern im Laufe des Augusts und Septembers ihre Pforten schließen. Über eine Reduzierung der Filialdichte gab es schon länger Spekulationen, das komplette Aus kam nun aber doch überraschend.

Verkaufen will Gap seine Produkte künftig nur noch im Internet. Dazu werde derzeit noch nach einem geeigneten Partner für das Online-Business gesucht.

"Das Online-Geschäft wächst weiter und wir wollen unsere Kunden dort abholen, wo sie einkaufen", hieß es in einer Gap-Mitteilung. Sonia Syngal, CEO von Gap Inc, kommentierte die Quartalszahlen: "Während die Kund:innen in die Läden zurückkamen, konnten wir unsere digitale Dominanz mit einem Online-Wachstum von 82 Prozent verglichen mit 2019 aufrechterhalten."Zu Gap zählen auch die Marken Banana Republic und Old Navy.

Für das erste Quartal vermeldete das Unternehmen für die Marke Gap einem um 16 Prozent geschrumpften Nettoumsatz zu 2019. Der vergleichbare Umsatz stieg im Jahresvergleich um 29 Prozent und sank gegenüber 2019 um 1 Prozent.

Gap öffnete die ersten Läden in Großbritannien im Jahr 1987. In Deutschland betreibt die vor allem für ihre Kapuzenpullis bekannte Modemarke bereits seit 2004 keine Ladengeschäfte mehr.