Mobile-Nutzung:
Handy ist erstes und letztes Medium am Tag

40 Prozent der Smartphonenutzer greifen in den ersten und letzten zehn Minuten am Tag zum Handy. Und natürlich dazwischen. Zum Nachrichtenschreiben, Infos suchen, Shoppen. Weniger zum Telefonieren.

Text: Julia Gundelach

Wunderkiste Smartphone - ohne verlassen die meisten nicht einmal das Haus.
Wunderkiste Smartphone - ohne verlassen die meisten nicht einmal das Haus.

Was würden wir nur ohne unser Smartphone machen. Egal, ob wir Infos suchen, kommunizieren, Shoppen oder Bezahlen - das Handy ist das erste, was wir morgens in die Hand nehmen und das letzte, was wir abends ausschalten. Die neue Grundlagenstudie der Ad Alliance "Mobile 360°" hat 1.500 Smartphone-Nutzer zu ihren Gewohnheiten befragt. 96 Prozent von ihnen gaben an, ihr Smartphone (mehrmals) täglich für den mobilen Internetzugriff zu nutzen – egal wann und egal wo. Und egal wann: 40 Prozent greifen innerhalb der ersten oder letzten zehn Minuten des Tages zum Handy.

Es ist wichtigstes Bindeglied zur Außenwelt – vor allem in Zeiten der Isolation – und entsprechend gehören Messenger und Nachrichten zu den Hauptgründen für die mobile Internetnutzung: 92 Prozent versenden mehrmals pro Woche Textnachrichten und 86 Prozent schreiben E-Mails. Lediglich 78 Prozent geben an, mehrmals in der Woche den eigentlichen Zweck eines Smartphones zu nutzen – um zu Telefonieren. Neben seiner Funktion als Kommunikationsmittel spielt das Smartphone eine zentrale Rolle für die schnelle Informationsbeschaffung: 76 Prozent rufen Wetterinformationen ab, 65 Prozent nutzen es zur Wissens- und Informationsrecherchen und 63 Prozent konsumieren ihre Nachrichten über das mobile Endgerät.

Mehr als die Hälfte der Befragten nutzen wöchentlich soziale Netzwerke auf dem Handy. Vor allem bei Jüngeren sind die Plattformen beliebt – Instagram (81 Prozent) führt das Ranking bei den unter 30-Jährigen an, mit etwas Abstand folgt Youtube (61 Prozent). Im gleichen Zeitraum, in dem Instagram einen Reichweitenzuwachs von 70 auf 81 Prozent verzeichnet, muss Facebook kontinuierlich Reichweitenverluste hinnehmen (von 56 auf 51 Prozent). Jüngere Kanäle wie Snapchat (30 Prozent) und TikTok (11 Prozent) sind zwar dagegen noch auf einem niedrigeren Niveau, finden aber insgesamt einen wachsenden Zuspruch. Wo es hingegen nicht aufs Alter ankommt, sind die Messenger. WhatsApp wird sozusagen von jedem Smartphone-Nutzer (98 Prozent) eingesetzt.

66 Prozent verlassen das Haus ohne Handy nicht. Für die Hälfte dient es als Einfalltor für erste Informationen, bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 70 Prozent.
In nahezu allen Altersgruppen nimmt es auch als Shopping-Portal an Bedeutung zu. Am häufigsten werden Bekleidung und Schuhe (63 Prozent) eingekauft sowie Bücher (59 Prozent), Flug- und Bahntickets sowie Eintritts- und Konzertkarten (53 Prozent), gefolgt von Technik (44 Prozent) und Urlaubsreisen (41 Prozent). Knapp ein Viertel (27 Prozent) nutzt im stationären Handel mit seinem Smartphone die Möglichkeit des mobilen Zahlens.



Autor: Julia Gundelach

ist freie Autorin mit Schwerpunkt Specials. Daher schreibt sie Woche für Woche über neue spannende Marketing- und Medien-Themen. Dem Verlag W&V ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002, später als Redakteurin der W&V.


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