Genug Toiletten und genug Zeit, sie zu benutzen

Einen weiteren tiefgründigen Einblick, wie Amazon mit menschlichen Bedürfnissen umgeht, gibt eine Mitarbeiterin namens Yola, deren Account ebenfalls im März 2021 startete. "Auch wenn die Anlage groß ist, gibt es viele sanitäre Anlagen", zwitschert sie in die Welt. "Bei uns sind es 12. Jede hat drei bis sechs Toiletten. Das ist viel. Durch die 20- bis 30-Minuten-Pausen haben wir mehr als genug Zeit."

Auch eine Person namens "Darla" gibt sich auf Twitter als Amazon-Mitarbeiter mit FC-Tag (FC = Fulfillment Centre) aus, ohne allerdings wirklich eine Amazon-Mitarbeiterin zu sein. "Es sieht so aus, als sei dies ein Fake-Account, der die Richtlinien von Twitter verletzt. Wir haben Twitter gebeten, die Angelegenheit zu untersuchen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen", kommentierte ein Amazon-Sprecher gegenüber Business Insider.

Anlass dafür, dass Amazon-Mitarbeiter aktuell so aktiv auf Twitter um den Ruf ihres Unternehmens kämpfen, waren Negativschlagzeilen über Jeff Bezos Versuch, die Gründung einer Gewerkschaft in einem Warenlager in Alabama zu bekämpfen. Als US-Politiker sich auf die Seite der Arbeiter stellten, schlugen Amazon-Manager ihnen vor, sie sollten stattdessen lieber den Mindestlohn aller Angestellten auf 15 Dollar pro Stunde hochsetzen. Rückendeckung für die Aktion gab es offenbar von ganz oben: Amazon-Gründer Jeff Bezos selbst hatte sein Management dafür kritisiert, nicht aggressiv genug die Reputation des Internet-Riesen zu verteidigen.



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Autor: W&V Redaktion

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