Chaos Computer Club stellt CDU bloß

Der Chaos Computer Club (CCC) und die CDU liegen im Clinch. Und das kam so: In der CDU-App CDUconnect hatte Lilith Wittmann, Aktivistin beim Chaos Computer Club, eine Sicherheitslücke aufgespürt. Daten von 18.500 Wahlkampfhelfern und 1350 potenziellen Wählern der CDU lagen offen im Netz. Hinzu kamen knapp 500.000 Datensätze von Personen, die die Wahlkampfhelfer kontaktiert hatten – samt Adresse, Mailadressen, Fotos und mehr.

Nach einem Hinweis nahm die CDU die Datenbank vom Netz. Allerdings stellte die Partei auch beim Landeskriminalamt einen Strafantrag gegen Wittmann.

Der CCC findet die Aktion daneben und zieht Konsequenzen: Man werde die CDU nicht mehr über derartige Datenlecks informieren. CCC-Sprecher Linus Neumann: "Um künftig rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, sehen wir uns leider gezwungen, bei Schwachstellen auf Systemen der CDU zukünftig auf Meldung zu verzichten."

Inzwischen hat sich die CDU entschuldigt und die Anzeige doch zurückgezogen.

Ironie bleibt dennoch im Spiel. Der CCC wünscht der CCC der CDU "viel Glück bei zukünftigen Schwachstellen". Und verklausuliert damit einen Appell an uns Bürger, bei der Preisgabe ihrer Daten gegenüber der Partei künftig besonders vorsichtig zu sein.

WhatsApp: Selbstzerstörung ganz einfach austricksen

View Once! Unter diesem Motto rollen die Entwickler von WhatsApp in den nächsten Stunden und Tagen eine gute Funktion für alle User aus – W&V berichtete bereits in der gestrigen Abendpost. Zur Erinnerung: Wer ein Bild verschickt, aktiviert dazu über das kleine Eins-Icon die Einmalansicht – quasi der Selbstzerstörungs-Modus. Der Empfänger kann das Bild nur einmal öffnen. Danach ist es weg.

Zu sehen ist es weder in den Fotos noch in der Galerie des Empfängers. Das Foto ein zweites Mal ansehen? Offiziell nicht möglich! Auch das Weiterleiten und Speichern bzw. Favorisieren erlaubt WhatsApp nicht. Außerdem gilt: Man kann nur sehen, dass ein Empfänger das zur einmaligen Ansicht gesendete Foto oder Video geöffnet hat, wenn er die Lesebestätigung aktiviert hat. Wird das Foto oder Video nicht innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt geöffnet, verschwindet es.

WhatsApp schreibt weiter: "Eine Mediendatei zur einmaligen Ansicht kann aus dem Backup wiederhergestellt werden, wenn die Nachricht zum Zeitpunkt der Backup-Erstellung noch nicht geöffnet wurde. Wenn das Foto oder Video bereits geöffnet wurde, wird es beim Backup nicht berücksichtigt und kann entsprechend nicht wiederhergestellt werden."  

Das Kuriose aber: Es gibt eine ganz billige Funktion, um diese neue Einmalansicht auszutricksen. Und das klappt so: Wer einen Screenshot des Fotos aus dem View-Once-Modus anfertigt, kann diesen sehr wohl in seiner Fotobibliothek speichern. Das dauert gerade mal 1 Sekunde. Und bringt uns, bei aller Freude darüber, dass WhatsApp in letzter Woche wieder häufiger neue Funktionen einführt, zu der Erkenntnis: Nichts ist im Netz sicher, nicht mal ein Selbstzerstörungs-Modus von Bildern...

Mit diesem Pop-up-Fenster weist WhatsApp darauf hin, dass das Bild nur einmal angesehen werden kann.

Mit diesem Pop-up-Fenster weist WhatsApp darauf hin, dass das Bild nur einmal angesehen werden kann.

Erste Schutzhülle für die AirPods Max

Die Zubehör-Industrie ist um ein neues kurioses Produkt reicher. Hersteller Spigen überrascht mit den weltweit ersten Schutzhüllen für die Over-Ear-Kopfhörer AirPods Max von Apple. Mit den "Ultra Hybrid Pro AirPods Max Covers" (24,99 Dollar, umgerechnet knapp 20 Euro) sollen die edlen Teile von Apple vor Beschädigungen und Umwelteinflüssen geschützt werden. Die Cases bestehen aus durchsichtigem Silikon und blockieren daher nicht die Sicht auf die Kopfhörer selbst. Geschützt werden nicht die ganzen AirPods, sondern nur die Ohrpolster. 

Hierzulande sind die Cover aktuell noch nicht verfügbar. In den USA werden sie auf Amazon bereits gelistet. Die AirPods Max selbst fallen gerade im Preis: Statt der von Apple verlangten 612 Euro sind sie im Netz derzeit um 460 Euro verfügbar.

Alexa seift Kunden ein

Kürzlich hatte Amazon einen Notizzettel-Drucker mit Alexa-Anbindung vorgestellt. Mit dem Amazon Smart Soap Dispenser geht der Online-Händler den nächsten Schritt. Alexa seift Kunden jetzt ein. Der wiederbefüllbare Seifenspender integriert einen 20-Sekunden-Timer zum perfekten Händewaschen. LEDs erlöschen nach und nach, wenn die 20-Sekunden-Marke näher rückt.

Das Wichtigste: Der Seifenspender wird mit einem Alexa-Speaker verbunden und gibt Musik wieder. Amazon erklärt: "Verwenden Sie ein kompatibles Echo-Gerät, um eine Alexa-Routine zu erstellen, und lassen Sie Ihr Echo automatisch Lieder, Witze und mehr abspielen, wenn Sie sich waschen."

Der Seifenbehälter versteht sich auf WLAN und der Akku wird per Micro-USB aufgeladen. 100 Prozent Batterie garantierten drei Monate Betrieb. Nähert sich der Nutzer an, pumpt der Seifenspender die Seife automatisch auf die Hand. Ein Sensor dosiert die Seifenmenge. Der Soap Dispenser wird 55 US-Dollar, umgerechnet 46 Euro, kosten. Das genaue Lieferdatum nennt Amazon noch nicht. 

Damit wünsche ich einen blitzsauberen Donnerstag, bis morgen bei TechTäglich.



Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.