Neu bei Android: Steuerung mit Gesichtsausdrücken

Smartphones berührungslos mit Handgesten bedienen – das gibt es schon länger. Nun kommt eine neue Idee dazu: Android-Geräte lassen sich künftig mit Gesichtsausdrücken steuern. Die neue Funktion findet sich jetzt erstmals in der vierten Beta von Android 12, die vor wenigen Tagen für Entwickler veröffentlicht wurde. Google spricht von "Camera Switches", also von Schaltern, die sich per Kamera mit der eigenen Mimik umlegen lassen. Davon profitieren Nutzer, die ihr Smartphone oder Tablet nicht mit der Hand bedienen können – aber auch alle anderen, die sich für diese ziemlich coole neue Funktion interessieren.

Diese Gesichtsausdrücke unterstützt das System zunächst: Offener Mund, Lächeln, Augenbrauen hochziehen, nach links schauen, nach rechts schauen oder nach oben schauen. Damit lassen sich dann zahlreiche Steuerelemente wie Vor, Zurück, Home, Scrollen, Benachrichtigungen oder Einstellungen beliebig verknüpfen. Wer nach links schaut, kann dann im Browser entsprechend zurückspringen. Per Blick nach rechts geht es weiter nach vorne. Und das Anheben der Augenbrauen führt zum Beispiel zurück auf den Home-Bildschirm. Die entsprechende Android-Anwendung (APK) funktioniert laut XDA Developers auch für das aktuelle Android 11. Technik-Nerds können sie schon jetzt herunterladen.

Was guckst Du? Android-Besitzer können ihr Handy bald mit dem Gesicht steuern.

Was guckst Du? Android-Besitzer können ihr Handy bald mit dem Gesicht steuern.

RIP Gerd Müller: Der FC Bayern trägt Schwarz

Der FC Bayern München trauert um den treffsichersten und vielleicht wichtigsten Spieler seiner Geschichte. Nach langer Demenz-Erkrankung ist Gerd Müller, der einstige "Bomber der Nation", gestern im Alter von 75 Jahren gestorben. Der legendäre Mittelstürmer mit den 365 Bundesliga-Toren hat in den 60er und 70er Jahren entscheidend zum Aufstieg des FC Bayern aus der Regionalliga an die europäische Spitze beigetragen. Ohne die vielen Müller-Tore, so Franz Beckenbauer, "würden wir vielleicht heute noch in unserer alten Holzhütte an der Säbener Straße sitzen". Zu Ehren der Legende hat der trauernde FC Bayern seine Website seit gestern komplett in schwarz-weiß eingefärbt. Auch andere Kanäle des Klubs auf Instagram oder Twitter zeigen ein schwarz-weißes Bayern-Wappen und entsprechende Fotos.

"Heute steht die Welt des FC Bayern still", heißt es in einem Beitrag zum Tod Gerd Müllers. Präsident Herbert Hainer würdigt nicht nur den Fußballer, sondern auch den Menschen: "Gerd Müller war der größte Stürmer, den es je gegeben hat – und ein feiner Mensch, eine Persönlichkeit des Weltfußballs." Vorstandschef Oliver Kahn fügt hinzu: "Gerd Müller steht als Spieler und als Mensch wie kaum ein anderer für den FC Bayern und seine Entwicklung zu einem der größten Vereine weltweit. Gerd wird für immer in unseren Herzen sein." Ob und wie der FC Bayern morgen Abend beim Supercup-Finale in Dortmund über einen Trauerflor hinaus auf den Tod Gerd Müllers reagiert, ist bisher nicht bekannt.

Trauer-Ball: Der FC Bayern beklagt den Verlust seines vielleicht wichtigsten Spielers aller Zeiten.

Trauer-Ball: Der FC Bayern beklagt den Verlust seines vielleicht wichtigsten Spielers aller Zeiten.

Handy-Geschichte(n): Smartphone-Museum ist online

Die Technik, die die Welt verändert hat, feiert Geburtstag: Am 15. August 1996, also gestern vor 25 Jahren, kam in Deutschland für satte 2.700 Mark der Nokia Communicator auf den Markt, die Mutter und auch der Urvater aller modernen Smartphones. Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation hat aus diesem Anlass die Online-Ausstellung "Smartphone 25" ins Netz gestellt. Sie will mit Geschichte und Geschichten erzählen, wie internetfähige Handys über ein Vierteljahrhundert hinweg die digitale Kultur beeinflusst und geprägt haben. Das Smartphone-Museum zeigt nicht nur, wie die Geräte allgegenwärtig geworden sind, sondern setzt unter dem Motto "Smartphone.25 – erzähl mal!" vor allem auf die Beteiligung seiner virtuellen Besucher.

Sie sollen ihre ganz persönlichen "Smart Storys" erzählen, ihre Homescreens zeigen, Fotos einreichen, an Umfragen teilnehmen und einiges mehr. Die ersten dieser Geschichten sind schon online – zum Beispiel von Luisa J. und ihrem Weg vom ersten Familienhandy Nokia 5110 aus dem Jahr 1999 über eine unglückliche Samsung-Episode zurück zum iPhone. Und da ist auch der 65-Jährige Werner B. aus Marburg, der einst bei der Post das C-Netz betreute, und der im Laufe der Jahre so gut wie alle Handys als Vorführgeräte benutzte. Er lernte mit einem Nokia 6650 Tango tanzen. Noch heute besitzt er stets zwei Smartphones, weil das Neue nicht immer ein Fortschritt ist. Sein Fazit wird Google & Co. weniger freuen: "Android ist für mich das Schlimmste!"

Vom Motorola bis zum iPhone – das Smartphone-Museum erzählt Geschichte(n) aus 25 Jahren.

Vom Motorola bis zum iPhone – das Smartphone-Museum erzählt Geschichte(n) aus 25 Jahren.

Japan-Charts: Nintendo auf den ersten 30 Plätzen

Das nennt man dann wohl Dominanz. In den japanischen Videospiele-Charts, die traditionell das Magazin Famitsu veröffentlicht, liegen aktuell auf den ersten 30 Plätzen 30 Spiele für Nintendos Switch-Konsole. Von Sonys PlayStation 5 oder gar Microsofts Xbox Series X ist weit und breit nichts zu sehen. So einen "Clean Sweep" gab es laut Engadget seit über drei Jahrzehnten nicht mehr, als sich Nintendo 1988 mit seiner Famicom-Konsole (im Westen NES) die kompletten Top 30 unter den Nagel riss. Von der Switch-Version von "Minecraft" auf Platz 1 bis zu "Super Mario Maker 2" auf Rang 30 hat Nintendo derzeit in den Charts alles unter Kontrolle.

Selbst Spiele-Oldtimer wie "Mario Kart 8 Deluxe" auf Platz 4 oder "Super Mario 3D World" auf Platz 11 verkaufen sich noch besser als Sonys Titel für die auf dem Heimatmarkt erschütternd chancenlose PlayStation 5. Beobachter führen die Nintendo-Dominanz nicht zuletzt auf den jüngsten Anstieg von Corona-Infektionen im Land zurück. In der Quarantäne besorgen sich nun offenbar auch die letzten Japaner eine im Vergleich zur PS5 relativ günstige Switch und die dazugehörigen Spiele, um sich und ihre Kinder zu unterhalten. Die Erfolge dürften aber auch dazu führen, dass Nintendo nun leider überhaupt keine Eile hat, eine leistungsstärkere "Switch Pro" auf den Markt zu bringen.



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.