Fünf Jahre davor war Apple nicht nur finanziell am Ende. Auf dem Mac lief immer noch das veraltete System 7. Und alle Versuche, einen modernen Nachfolger auf die Beine zu stellen, der sowohl auf alten als auch auf neuen Rechnern läuft, schlugen fehl. Die spektakuläre Rettung kam vom 1985 gefeuerten Apple-Gründer Steve Jobs – der mit NeXT Computer nicht nur ein neues Unternehmen gegründet hatte. Das dort entwickelte Betriebssystem NeXTStep war genau die Software, die Apple fehlte. Apple kratzte sein letztes Geld zusammen, um 1996 für 402 Millionen Dollar NeXT zu kaufen. Ein Jahr später wurde Steve Jobs wieder Apple-Chef, und aus NeXTStep wurde Mac OS X. Der Rest ist Legende, von iMac und iPod bis iPhone und iPad. Für Cheetah verlangte Apple 2001 noch 129 Dollar. Seit 2013 sind Mac-Updates kostenlos, das Betriebssystem heißt mittlerweile macOS. Und das einstige 3D-Design mit Glas-Effekten ist gottlob längst passé. Trotz der einen oder anderen Macke setzt macOS in Sachen Design, Bedienung und Virensicherheit bis heute Maßstäbe.

Dyson: Neuer Staubsauger saugt mit Laser-Scheinwerfer

Jetzt wird’s schmutzig! Die Staubsaug-Revoluzzer von Dyson haben mit dem V15 Detect einen kabellosen Sauger vorgestellt, der zum Traum oder zum Alptraum für Reinigungs-Fanatiker und für Hausstaub-Phobiker taugt. Die Düse des neuen Dyson ist mit einem grünen Laser-Scheinwerfer ausgestattet, der jedes Staubkörnchen ins beste Licht setzt – und der genau zeigt, wie viel Schmutz noch auf dem Boden liegt. "Wir haben den Laser exakt in dem Winkel positioniert, der es Ihnen ermöglicht, ansonsten verborgenen Schmutz mit bloßem Auge zu sehen", heißt es von den Engländern. Der Laser soll zur besseren Unterscheidung nur den Staub beleuchten, aber nicht den Boden.

Für Saug-Nerds gibt es noch weitere neuartige Funktionen. Ein Piezo-Sensor "vermisst" den anfallenden Staub und regelt flexibel die Motorleistung. Ein Bildschirm am V15 zeigt exakt an, wie viele Staubpartikel in welchen Größen bereits eingesaugt wurden – mit genauen Angaben zwischen 10 und 500 Mikrometern mit allen schmutzigen Details zu Pollen, Allergenen und Milben. Diese Daten lassen sich dann auch per App abrufen. In den USA kostet der V15 Detect laut CNET 700 Dollar, auf der deutschen Dyson-Website ist er bisher noch nicht gelistet. Der gleiche Betrag in Euro dürfte aber realistisch sein. Der Akku soll weiterhin eine Stunde durchhalten – allerdings nicht auf der maximalen Stufe. Saug-Guru James Dyson stellt die Neuheit in einem Video vor.

Will man das wirklich sehen? Der neue Laser-Dyson zeigt jedes Staubkörnchen.

Will man das wirklich sehen? Der neue Laser-Dyson zeigt jedes Staubkörnchen.

Neuer Service: Die Post kommt per E-Mail

Please, Mr. Postman! Es ist lange her, dass die Marvelettes, die Beatles und die Carpenters sehnsüchtig auf den Postboten gewartet haben, der endlich den Brief der oder des Liebsten vorbeibringt. Doch auch 2021 kann die gute alte Schneckenpost noch interessant sein – wenn Aufträge, Rechnungen oder ein handgeschriebener Brief von Oma ankommen. Seit gestern lassen sich viele Briefe schon früher lesen, denn die Deutsche Post, GMX und Web.de verschicken sie vorab per E-Mail als PDF-Datei. Das neue kostenlose Angebot heißt "Digitale Kopie". Es erweitert den Service "Briefankündigung", mit dem neugierige Kunden vorab per E-Mail Umschlagfotos der Briefe erhalten, die in den nächsten Tagen bei ihnen landen. Seit 2020 hat dieses Angebot 1,2 Millionen Nutzer gefunden.

Mit der digitalen Kopie ist es nun auch möglich, den Inhalt der Schreiben frühzeitig per Mail zu lesen – zum Beispiel, weil man auf wichtige Post von Ämtern wartet. Voraussetzung ist eine E-Mail-Adresse bei GMX oder Web.de, wie sie 35 Millionen Menschen in Deutschland haben. Außerdem funktioniert der Blick in den Brief derzeit nur, wenn die Post von bestimmten Absendern kommt. 50 Großunternehmen von Vodafone bis zum Otto-Versand sowie rund 10.000 kleine und mittelgroße Firmen sind schon dabei. Denn es sitzt niemand in den Verteilzentren, der Briefe öffnet und abfotografiert. Bei der digitalen Kopie geht es derzeit ausschließlich um Schreiben, die Unternehmen oder Behörden in Druckzentren oder direkt von der Post ausdrucken lassen. Diese Dateien werden dann direkt auch per Mail an die Empfänger verschickt. Liebesbriefe werden also nicht von der Post geöffnet und digital schneller zugestellt. Schlechte Nachrichten für Peter Carpenter und für die Beatles Paul und Ringo.

Post von der Versicherung: Sie kommt jetzt per Mail schon früher an.

Post von der Versicherung: Sie kommt jetzt per Mail schon früher an.

Prinz Harry geht arbeiten – im Silicon Valley

Prinz Harry, abtrünniger Briten-Royal, geht arbeiten – und erhält gleich zum späten Berufseinstieg mit reifen 36 Jahren einen Titel, auf den weltweit jede Menge CEOs und CTOs neidisch sein dürften. Der Gatte von Meghan fungiert künftig beim Tech-Unternehmen BetterUp in San Francisco als "Chief Impact Officer" (CIM), also als "Leitender Eindruck-Macher". Das dürfte ein Titel sein, der beinahe so viel Eindruck macht wie Harrys offizielle Amtsbezeichnung Duke of Sussex. BetterUp wurde 2013 gegründet und ist im Bereich psychische Gesundheit tätig. Angeblich hat Harry die Angebote der Firma auch schon selbst in Anspruch genommen, um Probleme zu überwinden.

BetterUp vermittelt Trainer an Einzelpersonen und an Unternehmen, die in diesem Bereich Bedarf für Betreuung und Unterstützung haben. Die Coachings sind auch online verfügbar. Prinz Harry soll sich um Produktstrategie und um das Verteilen wohltätiger Spenden kümmern. Er selbst erklärt sein Engagement im Bereich psychische Gesundheit so: "Bei der Selbstoptimierung geht es nicht darum, etwas zu reparieren, das kaputt ist. Es geht darum, die beste Version von uns selbst zu werden, mit allem, was das Leben uns entgegenwirft – jemand, der bereit für die nächste Herausforderung ist und Rückschlägen mit Mut, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein begegnen kann. Das ist es, was BetterUp möglich macht. Und ich freue mich darauf, mit ihnen auf dieser Reise zu sein."

Adel verpflichtet – manchmal auch zum Arbeiten. Prinz Harry hat jetzt einen Job.

Adel verpflichtet – manchmal auch zum Arbeiten. Prinz Harry hat jetzt einen Job.



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.