Wenn der iPhone-Wecker dreimal nicht richtig klingelt...

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1-Sterne-Bewertungsflut gegen Facebook

Das sieht nach einer koordinierten Aktion von Aktivisten aus: Die App von Facebook wurde über Pfingsten in Apples App Store und im Google Play Store mit tausenden 1-Sterne-Bewertungen überzogen. Noch in der letzten Woche lag der Schnitt aller Bewertungen für die Facebook-App bei vier von fünf Sternen im App Store. Inzwischen ist der Gesamtschnitt auf 1,9 Sterne gesunken, bei Google auf 2,4 Sterne im Schnitt. Hinter der Aktion sollen Sympathisanten stehen, die gegen die angebliche Zensur palästinensischer Posts in Zeiten der Auseinandersetzungen im Nahen Osten durch Facebook protestierten. 

Facebook sei geschockt gewesen, erklärten Mitarbeiter laut dem TV-Sender NBC. Der Konzern habe Apple gebeten, die 1-Sterne-Flut zu löschen, doch Apple habe dies abgelehnt. Das Vertrauen in Facebook nehme "mit den jüngsten Eskalationen zwischen Israel und Palästina" ab, wird ein hochrangiger Software-Ingenieur von Facebook zitiert: "Unsere Benutzer sind verärgert über den Umgang mit der Situation." "Benutzer hätten das Gefühl, dass sie zensiert werden, nur eine begrenzte Verbreitung erhalten und letztendlich zum Schweigen gebracht werden. Infolgedessen haben unsere Benutzer angefangen zu protestieren, indem sie 1-Sterne-Bewertungen abgegeben haben."

Facebook wehrt sich gegen die Zensur-Vorwürfe: "Unsere Richtlinien sollen jedem eine Stimme geben und ihn gleichzeitig in unseren Apps schützen. Wir wenden diese Richtlinien gleichermaßen an, unabhängig davon, wer Beiträge veröffentlicht oder welche persönlichen Überzeugungen er hat." Doch Zensur-Vorwürfe gegen Facebook gibt es schon lange, wie auch diese spannende Diskussionsrunde der Deutschen Welle aus 2018 zeigt:

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Amazon kippt Prime Now

Das war praktisch: Mit Amazon Prime Now konnten sich Kunden in ausgewählten Städten Tausende von Artikeln innerhalb von zwei Stunden liefern lassen, mit Prime sogar innerhalb von 60 Minuten. 2014 war der Service in den USA gestartet, 2016 erfolgte die Ausweitung auf Berlin und München. Doch jetzt fährt Amazon einen neuen Kurs und hat damit begonnen, seinen Dienst Prime Now als Standalone-Angebot abzuschaffen. App und Website werden eingestellt. Der Online-Versandhändler wird Prime Now bis Ende 2021 in die Amazon-App integrieren. Dies werde für "eine angenehmere und nahtlosere Nutzererfahrung" sorgen, erklärt der Konzern, der damit aber auch Kosten einsparen will. Gemunkelt wird auch, dass deutsche Kunden von dem Angebot zu wenig Gebrauch gemacht haben. Offizielle Zahlen zur Nutzung veröffentlicht Amazon nicht. Für die USA spricht der Konzern jedoch "von einem überwältigenden Kundeninteresse an Prime Now". Wer sich künftig innerhalb von ein oder zwei Stunden beliefern lassen will, führt die Bestellung über die Standard-App von Amazon aus. Wer in Deutschland die Prime-App aufruft, erhält auf dem Startscreen gleich den Hinweis: "Wechseln Sie zur Amazon App! Alle Produkte, die Sie lieben, sind jetzt auf amazon.de verfügbar." Außerdem warnt das Unternehmen: "Die Prime-Now-Website/-App wird in den kommenden Monaten abgeschaltet. Wechseln Sie noch heute." Da war Amazon zum Start 2016 noch deutlich euphorischer, wie das damals präsentierte Video zeigt:

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Erste "True Name" Mastercard für Transgender-Menschen

Mastercard hat in Europa unter dem Motto "True Name" eine neue Kampagne gestartet. Der Konzern nimmt damit Transgender-Personen als potenzielle Neukunden ins Visier. Menschen, die sich im falschen Körper geboren fühlen, halten ihren Geburtsnamen häufig für einen "Dead Name". Der neu gewählte "True Name" ist dagegen Teil ihrer wahren Identität. Bei Mastercard kann sich eine Transgender-Person daher nun einen Wunschnamen auf seine Kreditkarte oder Debitkarte drucken lassen. Mit dem selbst gewählten Namen zeigen Nutzer mit nicht-binärer Identität Flagge. Eine der ersten Banken, die die "True Name Mastercard" unterstützt, ist bunq. Die Kampagne, auf leisen Sohlen 2020 gestartet, läuft nun auf Hochtouren an.

Zum Rollout sind diese Länder dabei: Deutschland, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Republik Zypern, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn. 

Übrigens: "True Name" ist nicht auf Transgender-People begrenzt. Jeder Kunde kann sich für die Karte einen "True Name" verpassen. Die neue Idee von Mastercard und bunq ist auch deshalb beachtenswert, da es im realen Leben aufgrund aufwändiger bürokratischer Prozesse alles andere als einfach ist, seinen Namen zu ändern.

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Der beste Kartentrick der Welt im Video

"I am a person who likes to make strange videos" – so definiert sich der User Ozomoc in seiner YouTube-Biographie. Sein neuester Clip ist eindeutig das TechTäglich-Video der Woche. Mit einem normalen Kartenspiel (das Blatt besteht aus den üblichen 32 Cards) hat Ozomoc in tagelanger Kleinarbeit ein faszinierendes StopMotion-Video erstellt. Für die Realisierung hat der YouTuber zunächst 1667 Fotos geschossen. Seine Devise: keine 3D-Computergrafiken nutzen, kein Photoshop einsetzen. Nur Geduld und Kreativität waren für den besten Kartentrick der Welt erforderlich.

Damit wünsche ich einen trickreichen Dienstag, bis morgen bei TechTäglich.

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.