Braucht Apple ein Falt-iPhone?

Am Mittwoch hat Samsung seine neuen Falt-Smartphones Galaxy Z Fold 3 (ab 1.799 Euro) und Z Flip 3 (ab 1.049 Euro) präsentiert. Laut erster Vorab-Tests verkaufen die Koreaner damit ab 27. August ihre ersten Klapp-Handys, die technisch ausgereift wirken, und die zumindest in den höheren Preisregionen für den breiteren Markt taugen. Nun fragen sich viele Beobachter: Braucht in absehbarer Zeit auch Apple ein Falt-iPhone? Das US-Magazin iMore ist davon überzeugt – und erklärt die Gründe in einer Analyse unter dem Titel "Samsungs Galaxy Z Fold 3 und Z Flip 3 zeigen, dass faltbare Geräte nicht mehr verschwinden werden, und dass sie mehr sind als reine Technik-Demos. Apple sollte darauf achten."

Autor Adam Oram schreibt weiter: "Da die Preise sinken und die technischen Probleme ausgebügelt werden, ist das ein Markt, dem Apple große Aufmerksamkeit schenken sollte." Er und andere Beobachter gehen davon aus, dass Apple in seinen Labors längst ein Falt-iPhone entwickelt und testet – auch wenn die Öffentlichkeit bisher davon noch nichts erfahren hat. Die Vorteile für Apple, deren iPhones in den letzten Jahren laut iMore trotz exzellenter Technik "ziemlich langweilig" geworden seien, liegen demnach auf der Hand: "Foldables bieten eine große Chance für Veränderungen, für etwas Neues und völlig Anderes. Stellt Euch vor, wie prächtig Twitter oder Spiele auf einem Bildschirm in der Größe eines iPad mini aussehen würden, der sich zusammenklappen lässt und in die Tasche passt." Laut jüngster Gerüchte könnte Apple bereits 2022 ein Falt-iPhone auf den Markt bringen. Realistisch sind aber eher 2023 oder 2024.

Der Schminkspiegel von Apple: So stellen sich Designer ein Falt-iPhone vor.

Der Schminkspiegel von Apple: So stellen sich Designer ein Falt-iPhone vor.

Der neue beste Smartphone-Bildschirm der Welt

Das weltbeste Smartphone-Display kommt jetzt nicht mehr aus Südkorea – sondern aus China. Im Bildschirmtest der renommierten Experten von DxOMark aus Frankreich hat sich das neue Huawei P50 Pro mit 93 Punkten an die Spitze gesetzt und den bisherigen Tabellenführer Samsung Galaxy S21 Ultra 5G verdrängt, der in dem aufwändigen Test zwei Punkte weniger schaffte. Das OLED-Display des Huawei mit 120-Hz-Wiedergabe glänzte in allen Bereichen wie Ablesbarkeit, Farben, Helligkeit und Tempo. Fazit der Tester: "Das Huawei P50 Pro ist die neue Nummer eins in unserer Display-Rangliste, und das zu Recht. Es ist ein ungewöhnlich ausgewogenes Gerät, bei dem die wenigen Schwächen durch die starken Ergebnisse in fast allen Testkategorien wettgemacht werden."

Das China-Smartphone landete damit auch deutlich vor dem iPhone 12 Pro Max, das in dem Ranking als bestes Apple-Handy mit 88 Punkten auf Platz zehn liegt. Huawei hat das P50 Pro Ende Juli vorgestellt, bietet es zunächst für umgerechnet 850 Euro aber nur auf dem Heimatmarkt in China an. Ob es auch nach Europa kommt, ist derzeit noch offen. Trotz aufwändiger Vierfach-Kamera von Leica wären die Erfolgsaussichten ohne 5G und weiterhin ohne Android-Software wohl nur gering. Wegen des anhaltenden US-Boykotts fehlt Huawei der Zugriff auf ausreichende Stückzahlen von 5G-Modems. Zuhause in China läuft das P50 Pro mit LTE und mit dem eigenen neuen Betriebssystem HarmonyOS 2.

Neu von Huawei: Zwei riesige Leica-Kameralinsen – und ein brillanter Bildschirm.

Neu von Huawei: Zwei riesige Leica-Kameralinsen – und ein brillanter Bildschirm.

WhatsApp: So klappt der Datenaustausch zwischen iPhone und Android

Wer sich ein neues Smartphone zulegt, kann Chatverläufe, Bilder, Videos und Sprachnachrichten von WhatsApp in aller Regel relativ problemlos vom alten aufs neue Gerät umziehen. Das klappt aber nur für Nutzer, die ihrer bisherigen Smartphone-Welt treu bleiben. Wer von Android aufs iPhone wechselt, oder umgekehrt, hat bisher keine Möglichkeit für einen Datentransfer – und muss in WhatsApp quasi neu anfangen. Das ändert sich jetzt. Wie WhatsApp-Chef Will Cathcart höchstpersönlich auf Twitter ankündigte, ist der Umzug der Daten künftig plattformübergreifend zwischen iOS und Android möglich: "Ihr möchtet Euren WhatsApp-Verlauf sicher von einer Plattform auf eine andere übertragen? Wir arbeiten daran, dies zu ermöglichen – beginnend mit Samsung-Geräten, und demnächst auch für Android- und iOS-Telefone."

Das soll schon in Kürze klappen – allerdings vorerst nur mit Samsungs neuen Falt-Phones Galaxy Z Fold 3 und Z Flip 3, die dann die WhatsApp-Daten von bisherigen iPhone-Besitzern übernehmen können. Auf ihnen feiert die neue Funktion laut AndroidPolice Premiere. Danach folgen in den nächsten Wochen weitere Samsung-Handys, der Rest von Android und auch das iPhone. Laut WhatsApp hat bisher das Verschlüsselungssystem des Messengers den Austausch von Daten zwischen iOS und Android verhindert. Aber "in Zusammenarbeit mit den weltgrößten Herstellern von Smartphones und ihren Betriebssystemen", so die Facebook-Tochter, habe sich das Problem jetzt lösen lassen.

Gut gekühlt! Dieser PC läuft mit Jägermeister

Wasserkühlung ist bei leistungsstarken Computern längst üblich. Doch eine Jägermeister-Kühlung gab es noch nie. Sie feiert jetzt in einem Rechner Premiere, den der YouTuber Kyle Hansen vom Tech-Kanal Bitwit in Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Spirituosenspezialisten zusammengebastelt hat. Im Kühlsystem seines PC zirkuliert statt Wasser ausschließlich der kultige Kräuterlikör. Wie Digitaltrends berichtet, läuft der Prozessor Ryzen 9 5950X auch mit dem zähflüssigen Schnaps einigermaßen kühl und kommt im Standardtest Cinebench maximal auf erträgliche 57 Grad Celsius.

Die Kräuter-Kühlung funktioniert zu PR-Zwecken also tatsächlich. Aber selbst Bastel-Experte Kyle Hansen empfiehlt anderen PC-Besitzern nicht, sich den Jägermeister in ihren Rechner zu schütten, statt in die Kehle: "Das ist keine sichere, nachhaltige oder vernünftige Methode, um Euren PC zu kühlen." Denn durch den Schnaps korrodiert das Metall des Computers mit der Zeit, zudem greift der enthaltene Alkohol Acryl-Teile an. Deshalb hat auch der YouTube-Frickler seinen Jägermeister-Rechner nach Fertigstellung des Videos wieder mit normaler Kühlflüssigkeit befüllt. Ob der PC-Likör danach noch trinkbar war, ist nicht bekannt.

Und damit erheben wir unsere Gläschens auf ein schönes Wochenende – und melden uns am Montag wieder!



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.