Apple: Das Geheimnis ums iPhone nano

Der 2011 verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs hat jede Menge Geheimnisse mit ins Grab genommen. Doch die eine oder andere spannende Geschichte kommt nachträglich doch noch ans Licht. Im seit Ewigkeiten laufenden Verfahren von Apple gegen den renitenten Fortnite-Spielehersteller Epic ist jetzt eine E-Mail von Jobs aus dem Jahr 2010 aufgetaucht. Sie zeigt, dass die Geschichte des iPhones vielleicht ganz anders hätte laufen können, als wir sie kennen. Laut der Mail hat Apple damals an einem kleineren "iPhone nano" gearbeitet – mit dem es den Trend zu immer noch größeren Smartphones vielleicht nie gegeben hätte.

In der Jobs-Mail, über die nun The Verge berichtet, ist von einem "iPhone nano Plan" für das Jahr 2011 und von einem "Kostenziel" die Rede. Chefdesigner Jony Ive sollte demnach ein "Modell (und/oder Renderings)" für ein Low-Cost-iPhone nano vorlegen, das auf Basis des iPod touch als Ersatz für das damalige Einstiegsmodell iPhone 3GS gedacht war. Apple hatte die Bezeichnung "nano" zwischen 2005 und 2017 für kleinere iPod-Varianten verwendet, setzt mittlerweile aber lieber auf den Beinamen "mini". Warum das superkleine iPhone nano dann nie erschienen ist – dieses Geheimnis wird Steve Jobs wohl tatsächlich auf ewig für sich behalten.

Facebook: Virtuelle Konferenzen mit "Third Life"

Schlecht ausgeleuchtete Gesichter, müde wirkende Mitarbeiter und schäbige Hintergründe – das ist seit Corona der Alltag bei virtuellen Meetings mit Zoom oder Teams. Facebook findet, dass das hübscher gehen muss. Dafür hat das Zuckerberg-Netzwerk jetzt "Workroom" vorgestellt, eine App für 3D-Chats mit der Datenbrille Quest 2 der Facebook-Tochter Oculus. Hier sehen sich alle Teilnehmer gemeinsam als niedliche Avatare in einem virtuellen Konferenzraum und können dabei auf ihre Computer zugreifen. Der Spiegel berichtet nach einer virtuellen Präsentation, dass man dabei tatsächlich den Kopf bewegen muss, um die KollegInnen neben sich zu sehen, und dass auch die Stimmen jeweils aus der korrekten Richtung kommen. Die Kameras der Quest 2 erfassen sogar Handbewegungen und zeigen so, wer gerade auf seiner Tastatur tippt oder nicht.

Die Grafik erinnert an die einst so populäre künstliche Welt von "Second Life", wirkt aber deutlich ausgefeilter. Man könnte also beinahe von "Third Life" sprechen. Facebook nutzt das Virtual-Reality-Konferenzprogramm demnach bereits intern, auch wenn es bisher noch zu Fehlern und Problemen kommt. So soll ausgerechnet der Avatar von Mark Zuckerberg unlängst eingefroren sein. "Mister Facebook" konnte erst wieder nach einem Neustart seinen Mund bewegen – was sich viele Menschen bei ihm auch fürs erste Leben wünschen. Das Netzwerk plant unter dem Titel "Metaverse" eine Vielzahl solcher virtueller Anwendungen, die in der Summe ein ganz neues Internet ergeben sollen. Wie viele Nutzer Lust haben, zum Konferieren eine unpraktische Datenbrille aufzusetzen, ist dabei aber eine ganz andere Frage.

Neu: AirPods-Konkurrent für Schwerhörige

Apples AirPods stehen für Spaß und für entspanntes Musikhören – aber nicht für medizinische Anwendungen und für die Unterstützung Schwerhöriger. Diese Lücke will jetzt Audiospezialist Jabra füllen. Die Dänen bringen Ende 2021 zunächst in den USA ihr neues Modell "Enhance Plus" auf den Markt, das als Mix zwischen Musik-Ohrstöpsel und Hörhilfe funktionieren soll. Das "Semi-Hörgerät" ist als Unterstützung für Nutzer mit leichten bis milden Hörproblemen gedacht – die noch nicht bereit sind, tatsächlich ein echtes Hörgerät zu tragen.

Die besonders kleinen Dänen-Stöpsel sitzen sehr diskret im Ohr. Sie nutzen Beamforming, also das gezielte Beeinflussen von Schallwellen, um störende Geräusche auszublenden und genau die Stimmen und Tonquellen zu verstärken, die die Trägerin oder der Träger des Geräts gerade hören will. Aktive Geräuschunterdrückung sorgt für noch bessere Verständlichkeit. Die genauen Einstellungen lassen sich per App regeln. Die Jabra Enhance Plus funktionieren laut Hersteller aber auch ganz normal zum Musikhören oder Telefonieren. Der Preis ist noch nicht bekannt. In den USA werden die Stöpsel primär über Hörgeräteakustiker angeboten.

Stimmt so: Neue Ohrstöpsel macht das Hören leichter.

Stimmt so: Neue Ohrstöpsel macht das Hören leichter.

Microsoft Paint: Erstes großes Update seit 2009

Comeback für einen Klassiker. Microsoft bringt im Herbst in Windows 11 eine runderneuerte Version seines ebenso berühmten wie berüchtigten Zeichenprogramms Paint. Der US-Konzern hatte Paint seit 2009 nicht mehr nennenswert aktualisiert. Selbst die momentane Version in Windows 10 versprüht Retro-Charme – falls man die Software-Antiquität, die in den letzten Jahrzehnten für unzählige grässliche Designs gesorgt hat, so freundlich bezeichnen möchte. 2017 hatte Microsoft zwischenzeitlich sogar versucht, den Oldtimer ganz stillzulegen, was aber an zahlreichen Protesten scheiterte. Nun ist von Ruhestand keine Rede mehr, wie ArsTechnica berichtet.

Auch das neue Paint, das demnächst als erste Beta für Windows Insider erscheinen soll, hat nicht den Anspruch, hochwertigen Grafik-Tools wie Photoshop Konkurrenz zu machen. Aber Produktmanager Panos Panay zeigt in einem Twitter-Video jetzt, dass MS Paint zumindest ansatzweise im Jahr 2021 ankommt. Zu sehen sind unter anderem ein aktualisiertes Design des gesamten Programms, ein neuer dunkler Modus, bessere Textwerkzeuge und überarbeitete Pinsel. Fazit für Nutzer, die damit arbeiten möchten: Weniger Pain mit Paint.

Wir wünschen allen Lesenden ein schönes und schmerzfreies Wochenende – und melden uns am Montag wieder.



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.