Bisher setzt Amazon auf Prime Air. Diese Drohnen können Pakete in einem Radius von 12 Kilometern innerhalb von 30 Minuten ausliefern. Amazon & Co. würden auch gern größere Strecken mit Drohnen absolvieren, doch die begrenzte Bandbreite von 4G zeigt sich an dieser Stelle als Hindernis. Im 5G-Netz wurde zwar eine zehnmal schnellere Verbindung gegenüber 4G attestiert, doch die Übergabe vom 4G- ins 5G-Netz wies eine hohe Anzahl von Durchsatzschwankungen auf. Bei einigen Testdrohnen konnten daher keine Ultra-hochauflösenden Videos aufgenommen werden.

Die Erkenntnis der Studie: Sind die Netzwerke vollständig auf 5G umgestellt, verbessern sich Download- und Upload-Geschwindigkeiten. Bis dahin gilt, dass Ultra-HD-Videos in vielen 5G-Netzwerken nicht stabil übertragen werden können. Künftig dürften Firmen wie Amazon kräftig in die Netzwerkstruktur investieren, so dass Drohnen dann in eigenständigen 5G-Netzen der 2. Generation auf Frequenzen unter 6 GHz besser funktionieren werden.

Produktions-Probleme bei Nintendo Switch

Nintendo kann die Nachfrage nach der Konsole Switch offenbar nicht mehr bewältigen. Wie das Portal Nikkei berichtet, hat Nintendo die Lieferungen nach Japan komplett eingestellt. Aufgrund des neuen Coronavirus sei die Produktionskette unterbrochen worden, einzelne wichtige Switch-Bauteile sind demnach vergriffen. Einige Fabriken hätten zwar die Bänder wieder laufen lassen, aber dies reiche nicht, um die Nachfrage zu befriedigen.

Der europäische Markt ist (noch) nicht betroffen. Doch auch hierzulande bekommen Kauf-Interessenten Probleme, wenn sie sich für eine Switch entschieden haben: Bei den meisten Händlern ist sie schlicht ausverkauft, gute Angebote sind schon länger nicht mehr zu bekommen. Auf eBay werden Preise um 500 Euro für die 299-Euro-Konsole aufgerufen. Mit weiteren Engpässen ist zu rechnen, erst recht nach der Ankündigung von Nintendo, noch Ende dieses Monats Re-Releases für fast alle Mario-Spiele für die Switch aufzulegen. Dieser Plan dürfte das Kaufinteresse an der Switch noch einmal beschleunigt haben. Und auch Ostern auf der Couch hat die Kauflust sicher befeuert.

Apple Watch: Erste Zifferblätter mit laufender Änderung

Für die Apple Watch erlauben Apples Guidelines keine Zifferblätter von Drittanbietern. Entwickler David Smith, der schon für den Schlaf-Tracker Sleep ++ verantwortlich zeichnet, hat Cupertino jetzt aber ausgetrickst. Mit der kostenlosen App Watchsmith hat der Entwickler eine Anwendung in den Store hineingeschmuggelt, mit der sich drei Dutzend dynamische Zifferblätter anpassen lassen, die sich im Tagesverlauf zu unterschiedlichen Zeiten bis zu 24 Mal ändern.

So können Nutzer jetzt gleich 37 individuelle Zifferblätter erstellen – mit Datum, Uhrzeit, Zeitzonen, Batteriestatus, Kalender, Wetter, Gezeiten, Aktivität, Astronomie und mehr. Apple nennt solche Zifferblätter offiziell Watchfaces. Ein Beispiel: An einer Stelle lässt sich morgens das Wetter anzeigen, am Vormittag dann der Arbeitsplan, zum Tagesende der Aktivitäts-Ring. Ein manuelles Hin- und Herwechseln zwischen Zifferblättern entfällt damit erstmals. Wer alle Funktionen der App Watchsmith nutzen will, zahlt 1,99 Euro pro Monat oder 19,99 Euro pro Jahr. Und muss hoffen, dass Apple diesen Zifferblätter-Trick nicht doch noch nachträglich aus dem App Store wirft…

So sehen die Zifferblätter der App Watchsmith auf der Uhr aus.

So sehen die Zifferblätter der App Watchsmith auf der Uhr aus.

YouTube-Home-Workouts boomen

Fitness-Studios sind nicht geöffnet: In Zeiten von Social Distancing boomen auf YouTube jetzt Sport-Channels. Die beliebtesten Suchbegriffe: "Homeworkout" oder "Kein Equipment". In Deutschland hat der Kanal Calisthenicmovement mit 2,58 Millionen Abonnenten den größten Erfolg. Knapp dahinter liegt Influencerin Pamela Reif mit 2,26 Mio. Abos, gefolgt von Sophia Thiel mit 952.000 Abos. Platz 4 geht an Kevin Wolter (634.000 Abos), Rang fünf an Tim Gabel (590.000 Abos). Weltweit legte Pamela Reif im März am meisten zu: plus 400.000 neue User. Das meistgesehene Fitness-Video 2020 stammt ebenfalls von Reif. "10 MIN BEGINNER AB WORKOUT" liegt schon bei über 5,3 Millionen Aufrufen. Alle Daten wurden von YouTube zwischen dem 15. und dem 31. März erhoben.

Wer sich bisher erfolgreich um Sport in den eigenen vier Wänden gedrückt und über Ostern noch mal um den Bauch Kilos draufgepackt hat, hat jetzt keine Ausrede mehr. Das ist das Fitness-Video Nr. 1 – auf geht's und bis morgen bei TechTäglich!



Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.